SPIELREGELN DER LIEBE – WIE PARTNERSCHAFT HEUTE GELINGT

Viele Paare gehen heute zu früh auseinander. Das muss nicht sein. Denn wer die Spielregeln der Liebe und ihr Zusammenspiel kennt, ist in der Lage eine Menge dazu beizutragen, dass Liebe auch in Zeiten wie diesen erfüllend und glückbringend gelingt.

Was du brauchst ist neben Geduld und langem Atem, Respekt und gegenseitige Wertschätzung. Das austarieren von Freiheit und Bindung, sowie die Bereitschaft Zeit zusammen zu ermöglichen, als auch für sich selbst allein.

Partnerschaft ist Wachstum für beide und auch Wachstum des Einzelnen.

Für jedes Wachstum ist es wichtig, auch über das notwendige Wissen zu verfügen. Dieser Blogbeitrag ist der Beginn der mehrteiligen Reihe SPIELREGELN – DAMIT PARTNERSCHAFT GELINGT, in der ich den Versuch starte, die am meisten vorkommenden Probleme, die mir in der Arbeit mit Paaren begegnen, aufzuzeigen und Hintergründe dazu zu geben, wie diese Herausforderungen gemeistert werden können.

. Dazu zählen:

Bist du bereit? Dann mach es dir bequem und lies das erste Kapitel.

„Warum bist du nicht wie ich dich brauche“ – Veränderungswünsche an den Partner

Szene aus einer Beratungsstunde (Namen wurden verändert):

Silke wendet sich klagend an mich: „Er spricht nicht. Er spricht einfach nicht mit mir. Wenn er abends von der Arbeit nach Hause kommt, geht er sich duschen und verschwindet anschließend vor seine Playstation. Selbst beim Abendessen sitzt er mir still gegenüber. Wenn ich ihn frage, wie sein Tag war, kommt immer das Selbe: „Gut“. Ich erfahre nichts von ihm.“

Matthias, ebenfalls an mich gewandt sagt: „Wenn ich abends nach Hause komme bin ich echt k.o. Dann will ich einfach nur mal meine Ruhe und an meine Playstation. Ich kann das einfach nicht dieses heile Welt Getue und das ewige Reden. Nach einem Arbeitstag brauche ich erstmal Zeit für mich.“

Die Haltung Matthias dazu lautet, mit anderen Worten ausgedrückt: Ich bin, wie ich bin. Du musst mich halt so nehmen, wie ich bin. Die Haltung Silkes lautet, auch mit anderen Worten ausgedrückt: Du bist nicht in Ordnung, so wie du bist.

Das ist die schreckliche Patt – Situation, in die sich viele Paare unbewusst rein manövrieren. Da ist auf der einen Seite der Wunsch nach Veränderung, oft vorgetragen mit dem leisen oder auch lauteren Unterton des Vorwurfs „So wie du bist, so bist du nicht in Ordnung“ und auf der anderen Seite die Ablehnung des Wunsches im Namen der Realität: „Ich bin, wie ich bin“.

Was passiert nun zumeist?

Entweder flammt dann an den heiklen Punkten immer wieder der gleiche Streit auf, oder aber – und das meist häufiger – beide werden stumm und resignieren, ohne dabei die Vorwurfshaltung auf der einen und die Widerstandshaltung auf der anderen Seite aufzugeben. Deshalb herrscht dann auch schon „dicke Luft“, wenn gar nicht mehr gesprochen wird.

Wie der richtige Umgang mit Veränderungswünschen aussieht, ist gar nicht so einfach zu sagen. Ich stelle den beiden Fragen und du liebe Leserin, lieber Leser kannst deine eigenen Antworten darauf finden.

Fragen an Matthias: 

Wenn du sagst, „Ich kann das einfach nicht, dieses heile Welt Getue“ klingt das für mich sehr abwertend. So als würdest du diesen Wunsch geradezu lächerlich finden. Warum karikierst du ihren Wunsch? Es kann ja sein, dass du ihren Wunsch nicht erfüllen kannst. Aber warum musst du ihn ins Lächerliche ziehen?

Wenn du ihren Wunsch als berechtigt, verständlich, einfühlbar anerkennen würdest, würde sich die Situation wahrscheinlich schon um einiges entspannen, selbst wenn du ihr den Wunsch aus irgendeinem Grund nicht erfüllen würdest. Meist passiert hier die entscheidende Verletzung – bei der Karikierung eines Bedürfnisses –  und nicht beim eigentlichen Nein.

Das andere ist, dass ich mich frage, woher dieser Trotz in deiner Aussage „Nach einem Arbeitstag brauche ich erstmal Zeit für mich“ kommt? So nach dem Motto: Extra mach ich das nicht, weil DU das willst.

Wenn jemand trotzig reagiert, ist immer auch Schutz vor etwas der Beweggrund. Deshalb lautet meine Frage an dich weiter: „Könnte es sein, dass du es als Niederlage erleben würdest, wenn du auf ihren Wunsch eingingst? Reagierst du so gereizt, weil sie schon wieder etwas will und du dich selbst in der Beziehung zu kurz gekommen fühlst (vielleicht beim Sex)?

Wäre es dann nicht hilfreicher, dies zum Thema zu machen, anstatt über die Playstation zu streiten?

Es geht um die grundsätzliche und wichtige Frage: Wie sehr ist euer Beziehungskonto von Geben und Nehmen ausgeglichen, oder kommt einer immer wieder zu kurz?

Das andere, dass ich mich frage ist, ob hinter deiner gereizten Reaktion vielleicht das treffen eines schwachen Punktes steckt? Wünschst du dir selbst manchmal mehr in Kontakt mit anderen sein zu können, dich öffnen zu können, etwas von deinem Inneren zeigen zu können – was du aber aus irgendeinem Grund nicht schaffst? Spricht sie vielleicht einen tatsächlichen Entwicklungsbedarf bei dir an?“

Fragen an Silke:

„Augenscheinlich fühlt sich Matthias durch deine Klage angegriffen und ich frage mich: Zielst du mit deinem Wunsch nach Veränderung tatsächlich nur auf ein konkretes Verhalten von Matthias, oder erstreckt sich dein Wunsch auf viel tiefer greifende, die Person Matthias betreffende Veränderungen? Soll er nicht nur reden, sondern wirklich mit dir in Kontakt treten, echte Nähe herstellen, nicht nur da bleiben, sondern wirklich mit dir sein?

Ich verstehe deine Wünsche, und sie sind allesamt auch verständlich, nur setzen sie noch keine Veränderung bei Matthias in Gang. Selbst wenn er sich dazu entschließen würde, da zu bleiben und mit dir zu reden, hieße das eben noch nicht, dass sich dadurch an dem Gefühl der Verbindung mit ihm was ändert. Ist es so, wie ich in meiner Frage nahelege, dann verlangst du von ihm nichts Geringeres als eine intensive Auseinandersetzung mit sich, seiner Person und seiner Geschichte, die, auch wenn er dazu bereit ist, von dir sehr viel Geduld erfordern wird.

Ist es vielleicht so, dass sich in deinem Wunsch nicht nur eine ganz spezifische, sondern eine grundsätzliche Unzufriedenheit mit Matthias als Partner äußert? Reagiert er vielleicht auch deshalb so sauer, weil er in deinem Wunsch nach Veränderung die Forderung spürt, er sollte überhaupt ein anderer sein? Damit würdest du ihn nahezu überfordern. Denn er kann zwar sein Verhalten verändern, aber er kann nicht verändern, wer er ist. Das würde bedeuten, du müsstest ihn tatsächlich so nehmen, wie er ist – nur mit einem anderen Verhalten.

Wenn du spürst, dass etwas davon in deinem Wunsch nach Veränderung mitschwingt, dann wäre es wichtig zu fragen: Möchtest du vielleicht in deinem Partner die Ideal – Ergänzung zu dir selbst sehen?

Die Verliebtheit am Anfang ist oft deshalb so intensiv, weil wir auf den Partner unser ICH IDEAL projizieren: Er hat alles, was ich mir wünsche. Wir sehen also oft nicht wirklich ihn, sondern so, wie er zu unseren Bedürfnissen passt. Natürlich muss er bis zu einem gewissen Grad zu uns passen, aber es gibt auch immer noch die anderen Seiten, die nicht passen und mit denen bist du nun konfrontiert. Die Chance für dich besteht darin, Matthias nun wirklich zu sehen. als der, der er ist, und nicht, als den, den du gern als dein IDEAL sehen wolltest.

Liebe besteht ja nicht darin, im anderen das eigene ICH verklärt zu sehen, sondern darin, sich über die Grenzen des eigenen ICH hinaus auf den Weg zum anderen zu machen.“

Empfehlung für den Umgang mit Veränderungswünschen

  1. Veränderung setzt sich erst in Gang, wenn der andere spürt, dass du ihn grundlegend in seiner Person achtest, akzeptierst und wertschätzt
  2. Bevor du dir eine Veränderung vom anderen wünschst frage dich erst, ob du ihm für etwas Verantwortung zuschiebst, für das du selbst Verantwortung übernehmen müsstest
  3. Änderungen im Verhalten sind in der Regel nicht einfach zu erreichen, weil sie durch Erziehung, Gewohnheit und Eigenart tief in der Persönlichkeit verankert sind. Deshalb ist hier viel Geduld und Verständnis von beiden Partnern verlangt.
  4. Hilfreich ist es auch, den Wunsch in seiner Berechtigung anzuerkennen – selbst wenn du ihn nicht erfüllen willst oder kannst.

Im nächsten Teil geht es um Macht, die die Liebe zerstört. Wenn Partner zu erbitterten Gegner werden.

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